nature blossom

23.02.19 bis 30.03.19

VERNISSAGE: 22.02.2019

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Verschobene Perspektiven und diffuse Lichtverhältnisse sorgen für formale Spannung in den neuen Arbeiten von Leif Trenkler. Das Zusammenspiel der Farben bildet den roten Faden, der sich durch Trenklers Malerei zieht. Zur Hinterfragung der farblichen Bezüge taucht das Motiv des Wassers immer wieder auf. Auch in seiner neuen Werkreihe, die den Rhein in seiner geschichtsträchtigen und fabelhaften Tradition hinterfragt, ist das Wasser, seine Spiegelungen, die Lichtreflexe und das erzeugte Farbenspiel, Gegenstand der Beschäftigung.

„Malerei folgt ganz eigenen Gesetzen. Da geht es um Farbigkeit, um Farbverläufe, um Dramaturgie und Komposition. Wie passt ein Rosa zu Orange, welches Gewicht hat ein Tropfen Gelb gegenüber einer 30 Zentimeter großen Fläche in Dunkelgrün, und wie steht das alles im Verhältnis zum Menschen oder zur Architektur oder zur Landschaft?“

Der Rhein, das Wasser, die Natur dienen als Kosmos, welchen Trenkler mit den für ihn typischen breiten Pinselstrichen verdünnter Ölfarbe schlafwandlerisch erkundet. Hierbei nutzt er als Bilduntergrund Holztafeln, die bereits eine Struktur, ein Muster vorgeben, das Trenkler fasziniert: „Malerei ist Forschung am Bildraum“. So gibt ihm das Holz vorab bereits eine Bildtiefe, welche eine Leinwand nicht vorweisen kann.

Für den 1960 in Wiesbaden geborenen Künstler ist Malerei auch das „Träumen über die Welt“. Das visuelle Philosophieren dient der Suche nach Leichtigkeit – ein langwieriger Prozess, an dessen Ende eine persönliche, intime Poetik steht.
Der emotionale Aspekt der Landschaften und Vegetationen wird verknüpft mit der intellektuellen Herangehensweise an die formalen Mechanismen von Form, Licht und Farbe. So werden verschiedene Segmente innerhalb des Bildraums aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt und fusionieren zu einem neuen Ganzen. Die Kompositionen Trenklers arbeiten mit Verschachtelung und Ebenen, welche Blätter, Wasser, Stein und Holz in Strukturen auflösen, die an Matisse, Bonnard oder auch den abstrakten Expressionismus erinnern. Die Licht- und Schattenspiele weisen Einflüsse des Impressionismus auf. Diese Verweise sind naheliegend, beschäftigte sich der Künstler doch immer wieder mit vergangenen Epochen und Kunstströmungen.

Vertraut mit der Theorie und der Geschichte der Kunst, wählt Trenkler eine Art Eklektizismus, um jedem Motiv das für ihn ideale Gerüst zu bieten. Angefangen bei der Technik des Malens auf Holz, über seine Wahl bereits im 19.Jahrhundert erprobter Maße, bis hin zur Freiheit auf vergangene Stile zurückzugreifen, erschafft er Welten, die sich jeden Moment wieder aufzulösen scheinen, einen Augenblick in der Geschichte.

Das bisherige Werk des Künstlers lässt sich schwerlich klassifizieren. Seine Themen reichen von fantastisch bis banal, dementsprechend wählt er seine formalen Lösungen. Seine Koloration, die oft auf Veronese zurückgeführt wurde, ist stets durchdacht und erfüllt von Licht, welches laut Trenkler nie „zu schön“ sein darf, da sonst der Widerstand, das Prickeln fehlt.
Nach vielen Reisen, die Trenkler in die ganze Welt führten und ihm Grund und Motiv für zahlreiche Werkreihen lieferten und seine Sinne mit neuen Reizen stimulierten, kommt er nun zu Hause an. Die Exotik und Verwirrung fremder Eindrücke haftet sich wie ein Schleier über das Wasser und die Landschaft des sagenumwobenen Rheins, welcher für Trenkler Schauplatz der Erinnerung und intellektuellen Auseinandersetzung wird.

Leif Trenkler studierte an der Städelschule in Frankfurt und an der Kunstakademie in Düsseldorf. Er lebt und arbeitet heute in Köln. Seine Arbeiten wurden bisher in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und Europa gezeigt.


Knstler:
Leif Trenkler