JoŽlle Dubois

18.01.20 bis 28.02.20

VERNISSAGE: 17. Januar 2020

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Nach ihrer Teilnahme an den New Positions der Art Cologne 2019, zeigt Joëlle Dubois in ihrer ersten Einzelausstellung in der Thomas Rehbein Galerie neue Arbeiten, die mit Ironie und Pragmatik die Kehrseiten digitaler Kultur beleuchten. Die entblößenden Szenen einer Gesellschaft, die sich selber in den latent narzisstischen Selbstdarstellungen anderer reflektiert, kreisen um Sexualität, Einsamkeit und Selbstreflexion. Dubois' Malerei bezieht sich stilistisch sowohl auf Pop - und Medienkultur, als auch auf japanische Shunga - erotische Holzschnitte, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden. Neben den bekannten kleinformatigen Acrylmalereien auf Holz werden in der Ausstellung auch neue Tusche Zeichnungen zu sehen sein.

 

Filip Luyckx | JENSEITS VIRTUELLER BEZIEHUNGEN

Neue Entwicklungen in Technologie und Kultur erzeugen oft sowohl Emanzipation als auch neue Entfremdung. Abgenutzte Formen der Unterdrückung weichen modernen Tendenzen, die in ihrem Kielwasser eine unbekannte Bedrohung mit sich bringen. Die ersten Wellen des Feminismus wurden von der Entstehung einer Öffentlichkeit, Filmindustrie und Pornografie begleitet, die den weiblichen Körper gierig als ein begehrliches Objekt zeigte. Während die postfeministische Welle auf die genannten Auswüchse reagiert, ist die voyeuristische Tendenz in den sozialen Medien stark im Kommen. Was mit dem weiblichen Körper geschieht, gilt um so mehr auch für den Exotismus. Die paradiesischen Darstellungen des Orientalismus haben den Kolonialismus nicht aufgehalten. Sobald exotischer Glanz und Bevormundung verschwunden sind, betrachten wir andere Völker als gefährliche Konkurrenten mit fragwürdigen Prinzipien.
Auch der Begriff der Intimität wandelte sich im Laufe der Zeit. Unsere Verwundbarkeit verankerte sich allmählich in anderen Menschen, Objekten und Kulten. Was wir bisher als bedrohtes Territorium (z. B. Wohnzimmer oder nackter Körper) geschützt haben, werfen wir jetzt freiwillig in den virtuellen Raum. Oft sind diese geschützten Orte zum Formalismus geworden, unsere zeitgenössische Intimität sucht nach anderen Orten. Wir denken, wir können durch die neuen Medien in die tiefsten Gefühle und das Gehirn anderer hineinschauen, während wir sicher in unserem Wohnzimmer bleiben. Das Internet ermutigt uns, "unbekannte Horizonte" zu erkunden. Sobald wir jedoch nach persönlichen Kontakten suchen, kommt unser Körper ins Spiel. Durch die mediale Brille haben die Benutzer hohe körperliche Erwartungen, da die traditionellen Medien schon immer Ideale für körperliche Schönheit kultivierten. Der Kontaktsuchende konkurriert mit dem Körperprofil unzähliger anderer. So verfällt die Kommunikation in eine gepflegte Oberflächlichkeit. Die mediale Revolution beinhaltet aber auch positive Aspekte für die Intimität. Langfristig lernen die Nutzer, die Körperlichkeit in die richtige Perspektive zu rücken, genau wie die vorherigen Generationen sich an Fernsehbildern satt gesehen haben. Die Teilnehmer lernen, schnell mit einer Vielzahl von Menschen in Kontakt zu treten und diese kritisch zu bewerten. Die virtuellen Kontakte hinterlassen auch Spuren, da das iPhone als Bildarchiv der Kontakte fungiert.

All diese Themen finden sich auf die eine oder andere Weise in den Acrylbildern von Joëlle Dubois. Kunst ist ein Maß der gesellschaftlichen Entwicklung. Sie registriert und kommentiert unser Verhalten. Dubois Bildkompositionen rufen eine ganze Reihe von Beobachtungen hervor, die zur Analyse unserer virtuellen Erfahrung führen. Es könnten die Bilder sein, die auf einem iPhone erscheinen, dann aber als verdichtete Szenen. Tatsächlich wird die Aufmerksamkeit durch Farben, Linien und Formen vom digitalen Bildschirm auf den Erlebnisraum verlagert. Haltungen und Gesichter enthüllen die psychologische Wirkung der Kommunikation, Objekte verdeutlichen den Kontext. Es fällt schnell auf, dass die Protagonisten von dem in Werbebildern zum Ausdruck gebrachten falschen Optimismus abweichen. Obwohl die warmen Farben eine Welt des Glamours und der Verführung suggerieren, sehen wir dennoch Einsamkeit, Angst oder Ärger in den Gesichtern. Kleidung und Dekor sind eher kitschig als luxuriös. Diese Bilder zeigen, dass "Chatten" mehr bedeutet als sein Herz auszugießen. Es bestimmt auch unsere Umgangsformen und Zeiteinteilung. Die Anonymität der Großstadt wird auf die virtuelle Stadt ausgedehnt. So entsteht eine Freiheit ohne Geschichte und soziale Verbindungen, die aber von großer Bedeutung für die Gesellschaft ist, nicht unbedingt in dem, was gesagt wird, sondern wie es gesagt wird. Man findet schwerlich einen größeren Kontrast zwischen der Flüchtigkeit technologischer Geräte und einem Gemälde, das die Konzentration von Zeit und Handwerkskunst erfordert. Dubois Arbeit bezieht sich mit anderen Kulturen interagierend auf die Geschichte und schafft eine analytische Distanz zu der virtuellen Kultur, in die wir vertieft sind.
 



In her first solo exhibition at Thomas Rehbein Galerie, Joëlle Dubois presents new works that illuminate the downsides of digital culture with irony and pragmatism. The dazzling scenes of a society that reflects itself in the latent narcissistic self-portrayals of others revolve around sexuality, loneliness and self-reflection. Dubois' paintings stylistically refer to both pop and media culture, as well as Japanese Shunga - erotic woodcuts that emerged between the 17th and 19th centuries.


Filip Luyckx | BEYOND VIRTUAL RELATIONSHIPS

New developments in technology and culture often generate both emancipation and new alienation. Worn-out forms of oppression give way to modern tendencies that entail an unknown threat. The first waves of feminism were accompanied by the emergence of a public, film industry, and pornography that greedily displayed the female body as a covetous object. While the post-feminist wave is responding to the aforementioned excesses, a voyeuristic tendency in social media is on the rise. What happens to the female body is even more true for exoticism. The paradisiacal representations of Orientalism did not stop colonialism. Once exotic glamor and patronage have disappeared, we regard other people as dangerous competitors with questionable principles.
The concept of intimacy also changed over time. Our vulnerability gradually became anchored in other people, objects and cults. What we have previously protected as a threatened territory (e.g. living room or naked body), we now voluntarily throw in the virtual space. Often these protected places have become formalisms, whilst our contemporary intimacy is looking for other places. We think we can get a glimpse into the deepest feelings and the brains of others through the new media, while staying safe in our living room. The Internet encourages us to explore "unknown horizons". But as soon as we look for personal contacts, our body comes into play
The medial glasses give users high physical expectations, as traditional media have always cultivated ideals of physical beauty. The contact seeker competes with the body profile of countless others. Thus, the communication falls into a cultivated superficiality. The media revolution also includes positive aspects for intimacy. In the long term, users learn to put corporeality in perspective, just as previous generations have been fed up with television images. The participants learn to get in touch quickly with a multitude of people and to critically evaluate them. The virtual contacts also leave traces, since the iPhone acts as a picture archive of the contacts.

All these themes can be found in one way or another in the acrylic paintings by Joëlle Dubois. Art is a measure of social development. It registers and comments on our behavior. Dubois's compositions evoke a whole series of observations that lead to the analysis of our virtual experience. It could be the pictures that appear on an iPhone, but then as condensed scenes. In fact, attention is shifted from the digital screen to the experience space through colors, lines and shapes. Attitudes and faces reveal the psychological effect of communication, objects clarify the context. It quickly becomes apparent that the protagonists deviate from the false optimism expressed in advertising images. Although the warm colors suggest a world of glamor and seduction, we still see loneliness, fear or anger in the faces. Clothing and decor are rather cheesy than luxurious. These pictures show that "chatting" means more than pouring out one’s heart. It also determines our manners and timing. The anonymity of the city is extended to the virtual city. This creates a freedom without history and social connections, which nevertheless is of great importance to society, not necessarily in what is said but in how it is said. It is difficult to find a greater contrast between the volatility of technological devices and a painting that requires the concentration of time and craftsmanship.
Interacting with other cultures, Dubois' work refers to history, creating an analytical distance to the virtual culture into which we are immersed.



Filip Luyckx | VOORBIJ VIRTUELE RELATIES


Nieuwe ontwikkelingen in technologie en cultuur brengen vaak zowel emancipatie voort als nieuwe vervreemding. Afgesleten vormen van onderdrukking ruimen het veld voor moderne tendensen, die in hun kielzog meteen voorheen ongekende dreigingen opleveren. De eerste golven van feminisme gingen gepaard met de opkomst van een publiciteit, filmindustrie en pornografie die gretig het vrouwenlichaam als begerig object uitstalden. Terwijl de postfeministische golf tegen voornoemde uitwassen reageert, beleeft de voyeuristische tendens in de sociale media een sterke opgang. Wat met het vrouwenlichaam gebeurt, geldt evenzeer voor het exotisme. De paradijselijke voorstellingen van het oriëntalisme hielden het kolonialisme niet tegen. Eenmaal de exotische glitter en het paternalisme wegvielen beschouwen we andere volkeren als gevaarlijke concurrenten met twijfelachtige principes.  Ook het begrip intimiteit metamorfoseert doorheen de tijd tot verschillende gedaanten.  Onze kwetsbaarheid ankert zich mettertijd aan andere mensen, objecten en culten.  Wat we voorheen als een bedreigd territorium afschermden (woonkamers bijvoorbeeld, of het naakte lichaam) gooien we thans vrijwillig in de virtuele ruimte.  Vaak zijn die beschermde oorden verworden tot formalisme, onze hedendaagse intimitiet zoekt andere oorden op.  We denken doorheen de nieuwe media binnen te gluren in de diepste gevoelsplekken en hersenkronkels van anderen, terwijl we zelf veilig in onze woonkamer vertoeven. Het internet zet ons aan tot het verkennen van “onbekende horizonten”.  Zodra we echter op zoek gaan naar persoonlijke contacten, komt ons lichaam in het spel. Doorheen de mediabril koesteren de gebruikers hoge fysieke verwachtingen, want de traditionele media cultiveerden al sinds hun ontstaan fysieke schoonheidsidealen.  De contactzoeker treedt in competitie met het lichaamsprofiel van ontelbare anderen. Dus vervalt de communicatie tot een gecultiveerde oppervlakkigheid. Maar de mediale revolutie bevat ook voor de intimiteit positieve aspecten.  Op den duur leren gebruikers lichamelijkheid te relativeren, net als vorige generaties uitgekeken geraakten op televisiebeelden. De deelnemers leren snel contacten te leggen met een grote hoeveelheid mensen en die uit ervaring kritisch te evalueren. Bovendien leiden de sociale media tot een massa effectieve contacten die gerichter zijn dan toevallige ontmoetingen op feestjes.  Een eenzame lezer of televisiekijker zal nooit met de protagonisten kunnen communiceren.  De virtuele contacten laten ook tijdsporen na, want de iPhone fungeert als een beeldarchief van de contacten.

Al deze thema’s zijn op een of andere manier terug te vinden in de acrylschilderijen van Joëlle Dubois. Kunst is een graadmeter van evoluties in de maatschappij, ze registreert en becommentarieert ons gedrag, of dat nu al of niet voor oppervlakkig doorgaat. Haar beeldcomposities evoceren een geheel van waarnemingen dat tot analyse leidt van onze virtuele beleving. Het zouden de beelden kunnen zijn die op een iPhone verschijnen, maar dan wel als gecondenseerde taferelen. In feite wordt de aandacht verlegd van het digitale scherm naar de belevingsruimte via kleuren, lijnen en vormen. Houdingen en gezichten onthullen de psychologische inwerking van de communicatie, objecten verduidelijken de context.  Het valt snel op dat de protagonisten afwijken van het vals optimisme dat uit publiciteitsbeelden spreekt.  Al suggereren de warme kleuren wellicht een wereld van glamour en verleiding, toch lezen we uit de gezichten eenzaamheid af, angst of ergernis. Kleding en decor staan dichter van kitsch dan van luxe. Deze beelden tonen aan dat het ‘chatten’ meer betekent dan wat ontboezemingen van individuen. Het fenomeen bepaalt mede onze omgangsvormen en tijdsbesteding. Tegenover de snelheid van de contacten staan de grote aantallen en de lange zoektijd.  Wat ontbreekt is een bewustzijn van tijd, geografie en alle thema’s die het ‘babbelniveau’ overstijgen. De anonimiteit van de grootstad wordt doorgetrokken naar de virtuele stad.  Vrijheid zonder ontstaansgeschiedenis en maatschappelijke verbanden maar wel van grote betekenis voor de maatschappij, niet noodzakelijk in wat maar hoe het wordt gezegd.  Geen groter contrast tussen de vluchtigheid van de technologische snufjes en een schilderij, dat een concentratie aan tijd en vakmanschap vergt.  Een soort kunst dat in zijn esthetiek verwijst naar een kunstgeschiedenis, interacties met andere culturen en een analytische afstand schept tegenover de virtuele cultuur waarin we opgaan.



 


 

 


 


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JoŽlle Dubois