GrauOrangeRotWeiss + Schwarz

12.01.19 bis 16.02.19

VERNISSAGE: 11.01.2019

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Wir freuen uns die erste Einzelausstellung von Peter Tollens anzukündigen.
Um die Arbeit von Peter Tollens zu verstehen, zitieren wir einzelne Passagen aus einem Text von Joseph Marioni:

(...) Das visuelle Erleben, das wir Farbe nennen ist nicht die Substanz; es entsteht vielmehr aus dem Verhältnis zwischen dem Pigment im und dem Licht auf der Substanz. Das Pigment nimmt die Lichtwellen auf und unterteilt sie entsprechend seiner chemischen Zusammensetzung – es absorbiert dabei einige Wellen und wirft andere zurück. Pigmente teilen Licht. Farbe ist das Hilfsmittel, durch das wir das Licht sehen. Wir identifizieren das Licht innerhalb eines kompletten Spektrums von Lichtwellen mit einer bestimmten Farbe wie Gelb oder Blau. Das Licht verschiedener Frequenzen weist verschiedene Farbtöne auf. Wir bestimmen die Vielfalt der Farben nach ihrem Lichtwert und ihrer emotionalen Temperatur. Das Sehen der Farbverschiebung im Lichtspektrum ist das Erkennen der Bewegung des Lichts selbst (im Gegensatz zur Platzierung und Bewegung der Lichtquelle). Im natürlichen Tageslicht sind alle Malereien bewegliche Bilder, weil die Sonne ihre sichtbare Temperatur in der Atmosphäre der sich drehenden Erde verändert und die Farben der Gemälde folglich ihre Position im Lichtspektrum verschieben: Die Sonne ist der Ursprung ihrer Lebendigkeit; sie ist die Triebkraft ihrer Körperfarbe.
(...) Die Gemälde Tollens präsentieren die Integrität und Eigenständigkeit der Materialien innerhalb der Kunstform, und es ist klar ersichtlich, dass die Farbe das Thema seiner Malereien ist.
(...) Tollens scheint das Medium Farbe freizulegen und sich damit der Farbe von innen zu nähern. Jedoch vermitteln die Pinselspuren weder das Gefühl, die Oberfläche wegzuschneiden oder aufzureißen, um zu sehen, was hinter der Farbe ist, noch bearbeitet er die frische Farbe, um ihrer Oberfläche eine Struktur zu verleihen. Vielmehr ist es ein Darüberlegen und das Schaffen einer Farbhaut, in der jede Auftragung eingebettet und mit den vorangegangenen Spuren eng verbunden ist. Die Pinselspuren stehen nicht als individuelle expressive Gesten des Künstlers für sich allein, sondern werden von der Farboberfläche subsumiert und dienen als Teil einer facettenreichen Haut zum Aufnehmen und Teilen von Licht. Sie legen das Medium Farbe frei, um die Farbpräsentation zu begünstigen.
(...) Bei Tollens verbirgt und offenbart der Pinsel gleichzeitig die greifbare Wirklichkeit des Gemäldes, da die aufgebrachte Farbe die Oberfläche der Leinwand bedeckt und der Pinsel eindringt und das Farbmedium öffnet. Es ist ein einziger Akt des Farbauftrags, der nicht in verschiedene Bestandteile unterteilt werden kann.
(...) Peter Tollens ist einer der großen modernen Maler unserer Zeit.

Joseph Marioni, Maler       
 

 
We are pleased to announce Peter Tollens’ first solo show at Thomas Rehbein Galerie.

To truly understand the work of Tollens we quote some passages from a text by Joseph Marioni:
(...) The visual experience that we call color is not the paint medium; it comes from the relationship between the pigment in the medium and the light on the medium. The pigment engages the light waves and divides them according to its chemical compound; absorbing some waves and reflecting back others. Pigment divides light. Color is the means by which we see the light. We identify that light as a certain color such as yellow or blue within a full spectrum of light waves. Lights of different frequency possess different hues. We designate the variety of colors by their light value and emotional temperature. Seeing the color shift in the light spectrum is the recognition of the movement of the light itself; (as opposed to the placement and moving of the light source). In the natural light of the day, all paintings are moving images because the Sun changes its visual temperature in the atmosphere of the rotating Earth. So the color of the painting shifts its position in the light spectrum. The Sun is the source of its being alive. It is the mover of the body paint.
(...) Tollens’ painting presents the integrity and autonomy of the materials within the art form, and it is clearly evident that color is the subject of his paintings.
(...) Tollens seems to be laying open the medium and it has the sense of reveling color from within. But the marks do not have the feeling of cutting away or tearing open the surface to see what is behind the paint, nor is he just marking up the wet paint to give the surface a texture. It is rather a laying down and building a paint skin in which each application is embedded in and interlocked with the previous marks. The brush marks do not stand alone as individual expressive gestures of the artist, they are subsumed into the surface of the paint and function as part of a multi-faceted skin to capture and divide light. They lay open the medium to facilitate the presentation of the color.
(...) With Tollens the brush simultaneously conceals and reveals the concrete actuality of the painting as the applied paint covers the surface of the canvas and the brush etches into and opens up the paint medium. It is a single act of application that cannot be separated into distinct components.
(...) Peter Tollens is one of the great modern painters of our day.

Joseph Marioni, Painter   
       
 


Knstler:
Peter Tollens